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Quelle: http://www.bibb.de/de/15136.htm

1. Was sollten Sie vor der Entscheidung für eine Weiterbildungsmaßnahme beachten?

Sie haben sich entschieden eine Weiterbildung aufzunehmen; doch zuvor sollten Sie drei Dinge in die weitere Planung mit einbeziehen:

  • Klären Sie Ihre persönlichen Voraussetzungen.
  • Überlegen Sie genau, was Sie mit der ins Auge gefassten Weiterbildung erreichen wollen und 
  • informieren Sie sich ausführlich über Weiterbildungsmöglichkeiten und -angebote.

Weitere Tipps: Standards Weiterbildung:  Tai Chi Qigong, Standards Bibb: Tai Chi Existenzgründung

Erst nachdem Sie diese drei Punkte geklärt haben, können Sie auch das für Sie richtige Weiterbildungsangebot finden

2. Was kostet die Weiterbildung?

Die Klärung der Kostenfrage ist ein wesentlicher Schritt, bevor Sie eine Weiterbildungsmaßnahme belegen. In der Regel werden Maßnahmen vom Arbeitsamt nur bei gemeldeter oder drohender Arbeitslosigkeit gefördert. Die Maßnahme muss als förderungswürdig anerkannt sein und kann auf diesem Weg ganz oder teilweise finanziert werden.

Klären Sie, ob Sie persönlich eine Förderung nach dem Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG - „Meister-BAföG“) oder dem Dritten Buch des Sozialgesetzbuches - SGB III - erhalten können (vgl. Glossar). Sollte die Maßnahme oder Ihre Teilnahme nicht voll oder gar nicht gefördert werden, erkundigen Sie sich über weitere oder andere Finanzierungsmöglichkeiten (z.B. Darlehensaufnahme, Arbeitgeberzuschuss oder Selbstfinanzierung).

Denken Sie daran, dass außer den direkten Lehrgangskosten/Studiengebühren auch Nebenkosten entstehen können

 Hier die wichtigsten Fragen, die Sie dem Weiterbildungsanbieter stellen sollten, wenn das Ihnen vorliegende Informationsmaterial darüber keine Auskunft gibt:

3. Wie gewährleistet der Anbieter die Qualität seiner Weiterbildung?

Es gibt eine Vielzahl von Trägern und Einrichtungen, die Weiterbildung anbieten; darunter sind auch immer wieder einige, deren Weiterbildungsarbeit und Geschäftsgebaren nicht seriös sind. Wichtige Hinweise zur Seriosität des Weiterbildungsanbieters lassen sich aus der Vertragsgestaltung, aus seinen Erfahrungen mit beruflicher Weiterbildung, aus Informationen über die räumliche und sächliche Ausstattung sowie aus Informationen zum Personal und dessen Arbeitsbedingungen ableiten. Darüber hinaus sind die Anstrengungen des Anbieters bei der Qualitätssicherung zu berücksichtigen.

4. Um welche Art von Maßnahme handelt es sich, wie ist sie organisiert?

Um die Qualität und den Nutzen beruflicher Weiterbildungsmaßnahmen beurteilen zu können, müssen zunächst die wichtigsten formalen Unterscheidungsmerkmale geklärt werden. Sie betreffen vor allem die rechtlichen Grundlagen und die Organisation der Maßnahme.

Um welchen Typ beruflicher Weiterbildung handelt es sich?

Weiterbildungsmaßnahmen werden im allgemeinen danach unterschieden, ob es sich um eine Maßnahme handelt, die auf einer im gesamten Bundesgebiet anerkannten Fortbildungsordnung oder auf einer Fortbildungsregelung der jeweils z*en Stelle für Berufsbildung, in der Regel eine Kammer ("Kammerregelung"), beruht, ob es sich um eine Weiterbildungsregelung einzelner Bundesländer, eine Anpassungsfortbildung, eine Umschulung oder um ein berufsbezogenes Studium handelt. Jeder dieser unterschiedlichen Weiterbildungstypen kann Ihre künftigen Berufschancen ganz wesentlich beeinflussen - vor allem insofern, ob und wie Ihre Bildungsleistungen und Abschlüsse auch in anderen Bundesländern anerkannt werden.

Ratschlag
Erkundigen Sie sich beim Anbieter der Sie interessierenden Weiterbildungsmaßnahme bzw. beim Arbeitsamt genau nach den rechtlichen Grundlagen und der Anerkennung des Abschlusses. Bereitet die Maßnahme auf eine Kammer- oder eine staatlichen Prüfung vor?

5. Wie ist die Maßnahme aufgebaut? Welche Inhalte werden vermittelt? Welche Methoden werden eingesetzt, welche Lernmittel genutzt?

Die Qualität einer Maßnahme wird wesentlich durch deren Systematik, die eingesetzten Methoden und ihren Praxisbezug bestimmt. Ein seriöser Anbieter macht hierzu genaue Angaben und gibt damit dem Nachfrager die Chance, eine ihm entsprechende Wahl zu treffen.

Die folgenden Fragen sollen Ihnen die Beurteilung der Qualität in Bezug auf die zu vermittelnden Inhalte, die Organisation des Lernens und die hierfür eingesetzten methodischen und didaktischen Mittel erleichtern.

Liegen der Maßnahme einsehbare Lehrpläne zugrunde?

Um die Eignung einer Maßnahme beurteilen zu können, ist wichtig zu wissen, ob ein Lehrplan oder Unterlagen vorliegen, die Ziel, Inhalte und Methoden sowie die zu vermittelnde Qualifikation nachvollziehbar und präzise beschreiben.

Ratschlag

Erkundigen Sie sich nach den zugrundeliegenden Lehr- bzw. Studienplänen oder Materialien. In diesen Unterlagen müssen die Lernziele und Inhalte der Sie interessierenden Weiterbildungsmaßnahme genau beschrieben sein.

Bei Maßnahmen, die mit Prüfungen abgeschlossen werden, sollten Sie nachfragen, ob die Lehr-/Studienpläne auf der Grundlage einer staatlich anerkannten Prüfungsordnung entstanden sind.

Fragen Sie nach den rechtlichen Grundlagen der Prüfungsordnung und nach der für diese Prüfung „z*en Stelle“ (z.B. Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer). Ein Verzeichnis der z*en Stellen und weitere einschlägige Informationen finden Sie in dem Verzeichnis „Die anerkannten Ausbildungsberufe" (vgl. Glossar).

Welche Methoden werden in der Weiterbildung eingesetzt?

Wesentlich für einen guten Unterricht sind erwachsenengerechte methodische und didaktische Ansätze, die auf die zu erwerbenden Qualifikationen abgestimmt sind. Dabei ist es vorteilhaft, wenn im Verlauf der Maßnahme unterschiedliche, auf die Lernzielsetzung abgestimmte handlungsorientierte Methoden eingesetzt werden. Dieser Methodenmix sollte Ihre derzeitige und zu erwerbende Qualifikation miteinbeziehen. Dabei ist vor allem auf folgende Lernformen und -instrumente zu achten:

  • Online/Internet Unterricht (bspw. CBT, Telelearning),
  • Diskussionsrunden und Gruppengespräche,
  • Rollenspiele, Planspiele,
  • Selbststudium,
  • Projektarbeit,
  • Exkursionen,
  • Vorträge,
  • Praktika und anderes mehr.

Für eine gute Weiterbildungsmaßnahme reicht aber nicht nur methodische Vielfalt, sondern sie erfordert vor allem auch eine erwachsenengerechte Gesamtkonstruktion.

Auch der Einsatz von Medien und lernunterstützenden Materialien wie bspw.

  • Overhead-Projektor, 
  • Computergestützte Präsentationen, 
  •  Dias, Filme, Tonträger, 
  •  Video-Technik, 
  •  Fachliteratur (Reader), 
  •  Flip-Chart und ähnliches

tragen entscheidend zur Qualität der Maßnahme bei.

Ratschlag

Fragen Sie den Anbieter danach, welche Methoden zu welchem Zweck in der Sie interessierenden Maßnahme eingesetzt werden.

Achten Sie darauf, ob der Anbieter den Einsatz von Medien und lernunterstützenden Materialien im Zusammenhang mit angegebenen Zielen und individuellen Voraussetzungen vorsieht; hierüber sollte das Informationsmaterial zur Weiterbildungsmaßnahme Auskunft geben.

Werden Angebote zur Unterstützung der Teilnehmende beim Lernen gemacht?

Zur Qualität einer Maßnahme gehört, dass die Teilnehmende von Weiterbildungsmaßnahmen bei Bedarf von lernunterstützenden Angeboten Gebrauch machen können. Lernunterstützend wirkt mitunter bereits, wenn die beruflichen Vorkenntnisse und die Lebenserfahrung der  Teilnehmende in Inhalte und Gestaltung der Maßnahme miteinbezogen werden. Auch die Beteiligung der Teilnehmende an Ablauf und Gestaltung der Maßnahme kann lernfördernd wirken.

Als Unterstützung bei der Vor- oder Nachbearbeitung von Lerninhalten ist der Zugang zu einschlägigen Bibliotheken und Mediendatenbanken oder die Nutzung von Internet(such)diensten (z.B. Internetzugang beim Weiterbildungsanbieter) ein grundlegendes Hilfsmittel.

Darüber hinaus ist das Angebot an sozialpädagogischer Betreuung der Teilnehmende während länger dauernder Maßnahmen (z.B. bei Lernschwierigkeiten, aber auch als Beratung bei Lebensproblemen) ein Hinweis auf die Qualität der Weiterbildungsmaßnahme.

Ratschlag

Fragen Sie, ob vom Anbieter für Unterstützung und Betreuung geeignetes Personal zur Verfügung gestellt wird. Hilfreich ist dabei schon, wenn Lehrkräfte/Dozenten diese Aufgaben mit übernehmen.

Ist die Maßnahme ausreichend praxisbezogen?

Aufbau, Inhalte und Methoden der Maßnahme sollten an Ihre berufliche Qualifikation
und Berufserfahrungen angepasst sein. Von besonderem Wert für die Aneignung
fachtheoretischer Inhalte ist die Verbindung mit praktischen Übungen. Wichtig sind
z.B. Betriebspraktika als Bestandteil der Maßnahme. Für die Praxistauglichkeit des
Gelernten kann es von Bedeutung sein, ob die Maßnahme in einem Betrieb oder in
einer außerbetrieblichen Einrichtung stattfindet. Um eine handlungsorientierte Maßnahme
anzubieten, ist es wichtig, dass die Lehrkräfte/Dozenten über genügend
Praxiserfahrung verfügen.

Ratschlag

Fragen Sie

  • nach den praktischen Bestandteilen der Maßnahme und - im Zweifelsfall nach ihrer Bedeutung für Ihre Berufstätigkeit; 
  • ob Praktika, die Bestandteil der Maßnahme sein sollen, auch tatsächlich durchgeführt werden können und ob der Anbieter diese Praktika organisiert; 
  • mit welchen Betrieben arbeitet er hierbei zusammen?

Prüfen Sie

  • ob die zu vermittelnden Qualifikationen Ihren Vorstellungen entsprechen und wie Sie sie beruflich nutzen können;
  • ob der Weiterbildungsanbieter fundierte Untersuchungen über die Veränderungen auf dem Stellenmarkt durchführt, um Entwicklungstendenzen rechtzeitig zu erkennen und Inhalte entsprechend anzupassen.

Auch Verbleibanalysen der Teilnehmer abgeschlossener Weiterbildungsmaßnahmen sind ein Indiz für die konsequente Reflexion der Arbeit des Anbieters:

  • Werden entsprechende Befragungen ehemaliger Teilnehmer regelmäßig durchgeführt? 
  • Sind die Ergebnisse zugänglich?

6. Mit welchem Abschluss endet die Weiterbildungsmaßnahme?

Zertifikate können die Verwertbarkeit Ihrer Bildungsleistungen am Arbeitsmarkt verbessern. Jede Weiterbildungsmaßnahme sollte daher mit einem aussagefähigen Zertifikat oder Zeugnis bescheinigt werden. Das Niveau des Zertifikats kann sehr unterschiedlich sein. Die Spanne reicht von einer Teilnahmebestätigung des Anbieters bis zu einer bundesweit anerkannten Prüfung mit einem entsprechenden Abschlusszeugnis/Diplom.

Berechtigt der Abschluss einer Maßnahme, eine anerkannte Berufsbezeichnung zu tragen? Sind Prüfungen in schriftlicher, mündlicher und ggf. praktischer Form vor besonderen Prüfungsausschüssen (i.d.R. der Kammern) üblich? Die Art des Abschlusses ist im Regelfall vom Bildungsziel abhängig. Z.B. endet ein Sprachkurs mit einem anderen Abschluss als eine Umschulungsmaßnahme, eine Anpassungsfortbildung oder Nachqualifizierung. Für weitergehende berufliche Pläne kann es von Bedeutung sein, ob der Abschluss eine Zugangsberechtigung z.B. zur (Fach)Hochschule darstellt bzw. die Anrechnung (ganz oder in Teilen) für weiterführende Bildungsgänge
ermöglicht? Hierbei ist es wichtig, dass der Anbieter die spezifischen Länderregelungen kennt und darüber umfassend informieren kann.

Aufschlüsse hierzu sollte auch das Informationsmaterial des Anbieters geben oder zumindest Hinweise auf Bildungsberatungsstellen enthalten, die dazu befragt werden können. Insbesondere den Kammern ist es i.d.R. möglich, über die Qualität und Differenzen von Weiterbildungszertifikaten sehr genau aufzuklären.

Ratschlag

Klären Sie für sich, welches berufliche Ziel Sie mit dieser Weiterbildungsmaßnahme erreichen wollen und ob die Berufsbezeichnung, die Sie mit Abschluss der Maßnahme tragen können, eine übliche und allgemein anerkannte Berufsbezeichnung ist.
Endet die Maßnahme nicht mit einer Berufsbezeichnung, vergewissern Sie sich, ob das Teilnahmezeugnis der Maßnahme aussagefähig genug ist, um von Ihrem Arbeitgeber als Qualifikationsnachweis anerkannt zu werden.

Bedenken Sie, dass Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigen, je aussagefähiger
das Zertifikat ist.

Als Faustregel gilt:

  • Aufstiegsorientierte Fortbildungsmaßnahmen und Umschulungen enden i.d.R. mit einer Prüfung bei der z*en Stelle, berufsbezogene Studiengänge mit einer Prüfung an der jeweiligen (Fach)Hochschule. Sie berechtigt zum Tragen einer allgemein anerkannten Berufsbezeichnung (vgl. Verzeichnis „Die anerkannten Ausbildungsberufe“, BIBB oder „Studien- und Berufswahl“, Bundesanstalt für Arbeit).
  • Bei einer Anpassungsfortbildung müssen die Inhalte der Maßnahme aussagefähig bescheinigt werden. Die von Ihnen erbrachten Leistungen sollen deutlich erkennbar sein.

7. Welche Bedeutung hat der Abschluss der Weiterbildungsmaßnahme für Ihre berufliche Zukunft?

Lernen ist mehr den je ein lebensbegleitender Prozess. So garantiert eine Weiterbildung nicht zwangsläufig den großen Karrieresprung. Ein erfolgreicher Abschluss einer Weiterbildungsmaßnahme sollte zur Sicherung Ihres Arbeitsplatzes beitragen und Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern oder den beruflichen Wiedereinstieg erleichtern.

Aber auch zur Vorbereitung auf eine erfolgreiche Existenzgründung ist Weiterbildung eine wichtige Starthilfe, die wichtige Informationen und Anregungen vermitteln, auf Risiken und Fehlerquellen hinweisen und Fragen aufwerfen kann. Wer eine tragfähige Selbständigkeit anstrebt und dauerhaft am Markt bestehen möchte, muss sich auf den "Einstieg" in die Selbstständigkeit vorbereiten. Ein systematisches Weiterbildungs-, Beratungs- und Informationsangebot, unterstützt Sie bei der Erstellung eines schlüssigen Unternehmenskonzepts.

Eine gute Weiterbildungsmaßnahme muss dazu befähigen, die gegenwärtigen Arbeitsaufgaben zu bewältigen und auf künftige Aufgaben vorbereitet zu sein. Um dies zu garantieren, müssen sich die Inhalte von Weiterbildungsmaßnahmen an der speziellen Berufswirklichkeit, den betrieblichen Anforderungen und am aktuellen wie auch zukünftigen Arbeitsmarktbedarf orientieren.

Skepsis ist angeraten gegenüber überzogenen Erfolgsversprechungen oder blumigen Maßnahmebeschreibungen. Klären Sie insbesondere folgende Fragen:

  • Welcher Beruf, welche Tätigkeiten oder Aufgaben kommen für Sie nach Abschluss der Maßnahme in Frage?
    Können Sie das, was Sie lernen, am Ende auch in einer beruflichen Tätigkeit, auf einem Arbeitsplatz verwerten?
    Mit welchen anderen ähnlichen oder vergleichbaren Berufen geraten Sie nach Abschluss der Maßnahme in Konkurrenz? 
  • Auf welche Stellenangebote können Sie sich nach Abschluss der Maßnahme bewerben?
    Erschließt Ihnen die Weiterbildung weitere Arbeitsbereiche?
    Trägt der erfolgreiche Abschluss der Weiterbildungsmaßnahme zur Sicherung Ihres Arbeitsplatzes bei?
    Verbessern sich Ihre Aufstiegschancen im Betrieb? 
  • Wie wirkt sich die Weiterbildung auf Ihre Lohn- und Gehaltssituation aus?
    Erkundigen Sie sich, ob Sie mit dem in Aussicht gestellten Abschluss die von Ihnen angestrebte Tätigkeit mit einem entsprechenden Einkommen ausführen können.

http://ww.bibb.de/de/checkliste.htm

 

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